Die Koffer sind (noch nicht) gepackt!

Published on 11:20, 05/16,2009

Am Sonntag geht es los. Wer auch unsere zweite Reise verfolgen möchte ist hier richtig

Viel Spaß!

Print View

Wir haben gebucht!!

Published on 13:47, 07/18,2008

Wir haben unsere Reise gebucht!!! Nächstes Jahr fliegen wir wieder nach Australien!

Die Planung war nicht einfach. Sydney musste dabei sein. Auch wollten wir viel Outback sehen. New South Wales und Viktoria sollten es nicht wieder sein. Da TCC ihre Vermietstationen auf Sydney, Perth und Darwin geschrumpft haben, ist unsere ursprünglicher Plan von Adelaide nach Alice Springs und zurück ins Wasser gefallen. Nach langen Überlegungen, auf der Suche nach weiteren Anbietern für einen Troop mit Dachzelt sind wir doch wieder bei TCC gelandet. Es gibt ja nen Hausrabatt als Wiederholungstäter.

Ab nach Darwin und von da aus die Kimberlyes in Angrif nehmen. OK. Klang sehr gut. Nach etlichen Mails mit TCC und TSA hatten wir auch alle Termine nach unseren Vorstellungen umgesetzt. Es werden 5 Wochen Australien und davon 21 Tage Troopen was das Zeug hält.

Perfekt! 

 

Print View

Reisevorbereitungen

Published on 22:49, 02/05,2007

Surfen, Surfen und immer wieder Surfen  ;-)

Im Web natürlich. Informationen zur Planung und Sehenswürdigkeiten sammeln.

Print View

Zurück in MUC - bei Sonnenschein und 20°

Published on 22:43, 10/22,2006

Die Nacht schien ewig zu dauern. Die zwei Schlaftabletten, die ich genommen hatte, vertrugen sich nicht so gut mit dem Wein. Wir hatten noch Cars geschaut. Reinhold war richtig begeistert von dem Film. Wenigstens konnte er diesmal ein bisschen schlafen. Dann wieder Aufenthalt in Dubai. Eine zusätzliche Stunde haben sie uns in der kleinen Murxkiste mit Destination München am Boden gehalten und uns in der Sonne schmoren lassen.

In MUC kamen wir Ende Oktober bei 20° und herrlichem Wetter an. Niko hat uns zwei Zombies dann glücklich vom Moosacher Bahnhof aufgelesen und nach Hause gebracht.

Danke Niko!

Print View

Abschied, oder: Der gestohlene Tag

Published on 22:37, 10/21,2006

Haben nach dem Frühstück verbissen die Koffer gepackt - wo kam nur der ganze Krempel her, der da rein sollte?!

Mittags gab's eine fantastische Henkersmahlzeit: Steak mit Kartoffeln und Salat (inklusive einem leckeren japanischen Salat, den wir noch nicht kannten), dazu Bier. Und zum Nachtisch endlich: Banana Cake für mich! (für Reinhold Eclair). Danach noch ein bisschen erzählt, Fotos gemacht und auf's Taxi gewartet, das uns schon um 15.00 zum Flughafen bringen sollte.

 

Dann ein dicker Abschied von Rehle und Florian und ab Richtung Flughafen. 

Der Taxifahrer war indischen Ursprungs, in unserem Alter und hat mit uns ein bisschen über’s Führerschein machen in Australien und das Fahren links vs. rechts erzählt. Seine frühere Freundin war eine Deutsche gewesen und er kannte Deutschland und den verrückten deutschen Fahrstil. Ein lockerer, netter Typ.

Wir wollten schon früh am Flughafen sein um uns endlich die Notausgangsplätze zu sichern. Stattdessen erwartete uns am Checkin eine böse Überraschung: nach einem Blick auf unsere Tickets erklärte uns die Lady am Checkin-Schalter eiskalt, dass unser Flugzeug am Tag zuvor geflogen war.

Wir waren wie vom Donner gerührt. Wir hatten es beide völlig versemmelt, unser Abflugdatum mal mit dem korrekten Wochentag zu kombinieren. Da standen wir nun wie die begossenen Pudel. Zum Glück waren wir nicht auf die Idee gekommen, einen Budgetflug zu buchen und das sollte sich nun auszahlen. Die Leute bei Emirates machten es möglich, uns noch für Samstag ohne Aufpreis einzubuchen.

Wir mussten drei Kreuze machen und waren nun nicht wirklich in der Position, Diskussionen darüber anzufangen, wie es möglich war, dass 6 Stunden vor Abflug bereits alle Notausgangsplätze vergeben waren. Wir haben 2-3 Stunden und eine Runde Billard gebraucht, um uns von dem Schock zu erholen.

Um 21.20 hob der Flieger Richtung Dubai ab. Die Sitzplätze waren ganz OK. 

Print View

Paddy's Market und Yum Cha

Published on 22:26, 10/20,2006

Beim Frühstück zunächst mal die letzten Postkarten erledigt.

Mittags sollten wir mit Rehle schick essen gehen - unser Gedanke war das Doyle's Restaurant in Watson's Bay gewesen, aber Rehle schlug uns stattdessen ein chinesisches Restaurant in der Stadt vor, das wohl einen sehr guten Ruf genoss. Sie wollte mal ein richtiges Yum Cha mit uns essen. Davon ließen wir uns sofort ködern.

Wir fuhren gemeinsam mit dem Zug in die Stadt. Vor dem Essen besuchten wir noch Paddy's Market, der mich eher an die Tollwood-Buden in München erinnert hat oder an an The Barras Market in Glasgow. Dort kann man alles Erdenkliche kaufen über Spielsachen, T-Shirts, Perücken, Musik, Schmuck und jedem Menge Souvenirs. Rehle suchte ein T-Shirt oder einen Kalender für einen Bekannten in Deutschland, fand aber dann nichts, was ihr gefiel. Dafür habe ich bei einem chinesischen Stand zwei kleine Jade-Glücksbringer gekauft, die mir ganz gut gefielen. Ich war neugierig, was all die unterschiedlichen Anhänger bedeuteten und fragte die Verkäuferin. Sie konnte sehr wenig Englisch, war aber offensichtlich sehr glücklich, dass sich mal jemand dafür interessierte, der nicht aus ihrem Kulturkreis stammte und tat ihr Bestes, mir die verschiedenen Bedeutungen in 3 Worten zu erklären. Ich entschied mich schließlich für Anhänger, die einfach Gesundheit und Glück verheißen sollten.

Auf dem Weg zum Restaurant haben wir Halt bei einem der ältesten europäischen Delis in Sydney gemacht. Der Laden wird immer noch vom ursprünglichen Inhaber geführt, einem Tschechen deutschen Ursprungs. Er hatte leckere Kekse und Reber-Schokoladen, außerdem deutsche Würste, die richtig gut rochen (australische Wursttheken sind so eine Sache...). Trotz seines betagten Alters war der Besitzer guter Dinge, packte für uns sein Deutsch aus und erzählte uns, dass er den Laden immer noch gerne führe, auch wenn das Geschäft doch sehr nachgelassen habe. (Rehle meinte dazu nur "Most Europeans are in the cemetery by now. Nowadays you get mostly Greek or Asian food, unless you buy in Anglo-Saxon supermarkets.) Ein wirklich netter Mann, ich hätte ihm gerne ein paar Mozartkugeln abgekauft.

Danach gingen wir ins Zilver essen. Das Restaurant war riesengroß, sehr besucht und hatte Tribünen. Ungünstigerweise, wie Rehle uns erklärte, denn sie würden Yum Cha mit Servierwagen immer frisch aus der Küche bringen, und viele der Leckereien würden uns nie erreichen auf der Tribüne, den nur ein Bruchteil der Bedienungen hielten sich damit auf, ihre Leckereien an die Tische da oben zu tragen. Natürlich waren nur noch Tribünenplätze frei. Yum Cha funktioniert grundsätzlich so: man bekommt immer eine Auswahl an Gerichten unter die Nase gehalten (bzw. sieht sie, wenn sie auf dem Servierwagen vorbeifahren), von denen man aussucht, was man als nächstes essen möchte. Rehle war mit unserer Platzierung ein bissl unzufrieden, da besonders die gedämpften Gerichte, die sie selbst so ausgezeichnet fand und uns gerne mal verabreicht hätte, fast immer ungesehen an uns vorbeizogen.

Sie war ein wenig sauer, dass immer die übergeordneten Bedienungen, die die Aufsicht über das Treiben hatten, von Zeit zu Zeit vorsichtshalber vorbeikamen und fragten, ob alles zu unserer Zufriedenheit sei, um quasi jede Beschwerde im Keim zu ersticken. Wir waren jedenfalls froh, dass Rehle als Expertin dabei war und ein wenig beim Auswählen half. So hat auch fast alles hervorragend geschmeckt (OK, Schweinefleischbällchen waren nicht mein Ding, weil da gleich Koriander und Sellerie drin war.) Die ganzen Köstlichkeiten waren auch noch sehr erschwinglich, gerade mal 70$ für drei Leute und wir waren pappsatt, wow!

Danach sind wir noch bis zu Dymmocks, einem großen australischen Buchhändler, spaziert, wo Rehle endlich einen Kalender fand und wir einen witzigen kleinen Fotoband von Steve Parish ("Quirk") erstanden haben.

Wieder zuhause war es dann auch nicht mehr lang hin bis es galt, Mamalige cu brinse mit Frankfurtern und Salat zu verdrücken und den Abend mit angenehmer Unterhaltung zu verbringen.

Print View

Katoomba und die Blue Mountains

Published on 22:22, 10/19,2006

Am Donnerstag machten wir uns um halb elf auf den Weg in die Blue Mountains. Wir hatten gehofft, Rehle würde mitkommen, aber es war wieder warm geworden und es ging ihr nicht so gut. Also nahmen wir den Zug. Erst als wir im Zug saßen, wurde uns klar, dass uns die Anfahrt mal locker 2 Stunden kosten würde. So nutzten wir einen Teil der Zeit, um Postkarten nach Hause zu schreiben.  

Als wir nach einer Ewigkeit in Katoomba angekommen waren, suchten wir uns erstmal eine Lunch-Möglichkeit. Ein chinesisches Restaurant mit Mittagstisch, das recht lecker war, erfüllte diesen Zweck recht gut. Durch einen Fehler der Bedienung kamen wir dort sogar zu 3 anstelle von 2 Portionen. Bis wir endlich mit dem Essen fertig waren, hatten wir etwa noch zweieinhalb Stunden, bevor wir den Zug zurücknehmen sollten, um mit Rehle und Florian gemeinsam zu Abend zu essen. Irgendwie war die ganze Tagesplanung reichlich unüberlegt. Das wurde auch nicht besser, als wir feststellten, dass wir einen ziemlich langen Spaziergang entlang der langweiligen Hauptstraße von Katoomba vor uns hatten, um schließlich zum eigentlichen Nationalpark zu gelangen. Mit allerlei Scherzen und Albereien schlugen wir die Zeit tot um uns den Weg zu verkürzen.

Im Nationalpark gab es dafür eine schöne Aussicht zu bewundern: den Blick über die Ebene, die Berge und die berühmten 3 Schwestern - und da wir ja in den "Blue" Mountains waren, war alles ein bisschen diesig.

 

Für einen Abstieg, eine Fahrt mit der Radbahn und einen Spaziergang im Tal war dank unserer gigantischen Planung nicht zu denken. Aber das war wohl ganz gut so, denn Rehle erzählte uns später, dass es dort im Wald besonders viele der giftigen braunen Schlangen gibt.

Erst auf dem Rückweg erfuhren wir im örtlichen Visitor Centre, dass wir den "silly" Shuttle Bus nehmen konnten - einen lustigen offenen Touribus, den wir schon vorher gesehen hatten, auf dem aber Werbung für Tagestickets, was für einen 2,5 Stunden Aufenthalt nicht so rechten Sinn machte. Tatsächlich verkaufte uns der Busfahrer auch Einzeltickets. "Silly" war der Bus in der Tat, denn er fuhr zunächst eine Ehrenrunde, bevor er uns endlich am Bahnhof ausspuckte, genau richtig, um unseren Zug noch wegfahren zu sehen.

Also haben wir uns noch eine gute Weile am Bahnhof rumdrücken dürfen und hatten Gott sei dank auch noch Postkarten für den Rückweg zu schreiben.

Abends hat uns Rehle ein leckeres chinesisches Stir Fry zubereitet - yumyum. Sie kann das ganz hervorragend, sie kennt die Rezepte und hat einen Gasherd.

Print View

Zurück in Sydney

Published on 22:04, 10/18,2006

Nach einem guten Frühstück und einem ausführlichen Schwätzchen nahm Rehle uns mit auf die Post nach Petersham.

Dort konnten wir endlich Reinholds Hose fischen, die der Motelbesitzer unfrei an Rehle schicken sollte - und komplett falsch adressiert hatte. Einzig der Postcode hatte gestimmt. Rehle hat sich schrecklich geärgert, denn sie hatte den Kerl am Telefon alles mehrfach erklärt und buchstabiert und trotzdem hat er alles falsch gemacht. Außerdem hatte sie die Typen auf der Poststelle tagelang mit Anrufen bombardiert, ob denn nicht ein COD Päckchen für sie angekommen sei. Und was sie am meisten ärgerte, war dass sie doof vor denen dastand, so als ob sie nicht in der Lage gewesen sei, ihre Adresse korrekt weiterzugeben.

Wir fanden die Sache eher amüsant. Reinhold hat sich ganz besonders gefreut, seinen weit gereisten, lange vermissten Gürtel nun endlich wieder zu haben. Dafür zahlten wir gerne die Nachnahme-Gebühr. Freundlicherweise gab uns der Postmensch denn auch das komplett falsch adressierte Päckchen, als wir ihm beschreiben konnten, was sich darin befand. Ich bezweifle sehr, dass ein deutscher Postbeamter das gemacht hätte.

Danach warf uns Rehle mit "Have a nice day!" an der Bahnstation regelrecht raus, ohne dass wir einen Plan hatten, was wir nun eigentlich tun wollten. Na gut, Achselzucken, fahren wir halt noch mal in die Stadt. Dort aßen wir in dem asiatischen Food Court zu Mittag, von dem wir beim ersten Mal so begeistert gewesen waren. Diesmal schmeckte es uns nicht einmal mehr halb so gut und kam uns viel zu schwer vor. Wir waren schon ganz verdorben von den guten Sachen, die Rehle uns gezeigt hatte. Danach einen Juice, und kleine Pause bei einem Espresso in einem Café im QVB.

Dann zum Powerhouse Museum. Wieso haben wir das zu Fuß gemacht? Das war eine Weltreise! Im Museum haben wir uns die "Walls of China" Ausstellung angesehen, die in Australien zum ersten Mal in einem Land außerhalb Chinas gezeigt wurde. Hier wurde die Geschichte der chinesischen Mauer von Anfang an über die Dynastien hinweg erzählt. Und das sehr interessant, mit Filmeinblendungen und kleinen Spielen. Auch ein originaler Terrakotta-Krieger war ausgestellt. Die restlichen Ausstellungen des Powerhouse haben wir leider nicht mehr alle ansehen können, weil das Museum nicht mehr so lange offen hatte.

Da gab es noch allerhand zu sehen: Technologiegeschichte (Lokomotiven, Dampfmaschinen usw., technische Innovationen aus Australien, Australiens TV-Geschichte, Grafik Design (gigantische Zeichnungen von Nathan Jurevicius), gesellschaftliche Geschichte einzelner Immigranten, Einrichtungen usw., und, und, und). Alles in allem ein interessantes und abwechslungsreiches Museum (für 10$ p.P.).

 

Als man um 17.00 die Tore schloss, beschlossen wir, zum Darling Harbour zu gehen. Dort spazierten wir zunächst einmal ins Sydney Cultural Centre und wurde direkt in eine Didgeridoo & Clapstick Performance komplimentiert. Es war ein Aboriginal Künstler in seinen Zwanzigern, der wie bei allen Aboriginal Musikanten heute modern, seine Kunst mit der Untermalung einer Rhythmusmaschine zum Besten gab. Nach dem Lied ermutigte er das Publikum, ihm Fragen zu stellen, egal ob es um seine Person, seine Kultur oder seine Musik ging.

Reinhold bat ihn um eine echte Solo-Darbietung. Der Künstler war offensichtlich überrascht und klärte das Publikum zunächst mal über die Funktion des Digderidoos auf. Was wir auch nicht wussten: Das Digderidoo ist nur eines von vielen Begleitinstrumenten der Aboriginals, es dient zur Untermalung ihrer Geschichten und ihres Gesangs. Im Zentrum ihrer Kunst stehen die Lieder, die traditionell mündlich überliefert werden. Die Karriere des Didgeridoos als Soloinstrument begann erst mit dem zunehmenden Tourismus. Da Didgeridoo ist auch nur für einen kleinen Teil der Aboriginals überhaupt traditionell von Interesse. Ursprünglich, so erzählte er, hat er das Didgeridoo als Begleitung zum Gesang seines Großvaters gespielt, der zwischenzeitlich gestorben ist.

Dann erfüllte er Reinholds Wunsch und spielte ein Solostück nur mit Didgeridoo und Clapsticks. Das war sehr hörenswert.  Was er uns nach der Vorstellung noch sagte: er fand es toll, mal wieder solo spielen zu können und zu wissen, dass das Publikum es so hören will. Am meisten sind Deutsche und Schweizer begeistert von dem Didgeridoo; er denkt, in Europa gibt es mehr Leute, die dieses Instrument spielen als in Australien. Trotzdem spielt er es gerne, denn er findet, dass es hilft, eine Brücke zwischen der Aboriginal- und der weißen Kultur zu schlagen.

Aber zurück zum Konzert: Als letztes spielte er noch ein Stück mit Playbackuntermalung und einer kleinen australischen Diashow. Schon hübsch gemacht, aber ganz klar an Touristen adressiert. Dazwischen forderte er sein Publikum immer wieder auf, ihm Fragen zu stellen: er verstand sich als Vermittler und Aufklärer zu seiner Kultur und wollte deshalb alle Fragen, die die Leute zu Ureinwohnern im Allgemeinen und zu seiner Person und Familie im Besonderen hatten, beantworten.

Das war wie ein Striptease vor wildfremden Menschen, das fand ich schon bewundernswert. Ein Mensch muss definitiv ein aufklärerisches Anliegen haben, wenn er dazu bereit ist. Wir erfuhren so, dass er ein Halfcast war, mit einem Vater "who loved the process of producing children but not of raising them". Seine Mutter ist irisch-schottischer Abstammung und er hatte bald einen Stiefvater. Seinen leiblichen Aboriginal-Vater hat er nie kennen gelernt. Er wurde liebevoll erzogen, aber als Teenager geriet er in die Sinnkrise, denn die Haut ist nun mal dunkel und das, ohne dass man seine Wurzeln kennt. Und so kam er in Schwierigkeiten, denn er hatte das Gefühl, zu niemandem zu gehören, keine Wurzeln zu haben. Er geriet mit dem Gesetz in Konflikt und wurde zu Sozialdienst verurteilt. In diesem Zusammenhang lernte er endlich die Familie seines Vaters kennen und sein Großvater wurde zur wichtigsten Bezugsperson für ihn, die ihn auch die alten Traditionen lehrte und die alten Lieder.

Wie ich ihn verstanden habe, tendieren Aboriginals dazu, ihre Traditionen auch in Zukunft mündlich weiterzugeben. Diese Tradition hatte schließlich seit 30 000 Jahren Bestand. Seiner Ansicht nach würde jedes Aufzeichnen den Untergang dieses Wissens nur beschleunigen, denn was man lesen, oder auf CD hören kann, muss man nicht mehr lernen.

Wir haben in einer Dreiviertelstunde eine Menge erfahren. Einiges davon hat das bestätigt, was ich bereits zuvor darüber gelesen hatte. Die Probleme durch die Verlorene Generation: eine ganze Generation, die aus ihren Familien gerissen wurde, um sie nach westlichen Vorstellungen zu assimilieren, die ihre Traditionen nicht lernen durfte, z.T. ihre Familien nie kennen gelernt hat und dazu erzogen wurde, ihre eigene Kultur und Sprache als Teufelswerk zu betrachten. Diese "Lost Generation" hat nun selbst Kinder, und diese Kinder wissen nichts von ihren Ahnen, denn die Eltern können ihnen nichts weitergeben. So werden viele von ihnen straffällig und zu einem großen Problem für die Gesellschaft. In den Schulen wurde lange nichts zur Aboriginal-Geschichte und Kultur gelehrt, das ändert sich erst in jüngster Zeit. Und dann das Beste: Gerade mal 4% aller in Australien lebenden Weißen haben Kontakt zu Aboriginals.

Der Künstler meinte auch, es gebe viele Vorurteile. Es ist ihm sehr wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen. Das gelingt ihm bei vielen Touristen besser als bei den Einheimischen (oft sind Dt. die Interessiertesten an diesem Problem).

Nach der Vorstellung überlegten wir, in das Sydney-Aquarium oder in die Wildlife World zu gehen aber die fast 30$ p.P. Eintritt und der Umstand, dass wir an diesem Tag schon so viel gesehen hatten, hielten uns davon ab.

Stattdessen suchten wir uns eine nette Kneipe am Hafen, um noch ein Bier zu trinken. Wir landeten im John M. Squire und tranken ein Ale. Aus dem einen Bier wurde ein Gelage. Erst gab uns ein Melbourner lettischen Ursprungs eine Runde aus. Er war Risk Manager und sprach ein bisschen Deutsch. Wir quatschten über alles Mögliche, während er ganz offensichtlich den Anblick der 17 und 18 jährigen Mädchen genoss, die in Schale geworfen und augedonnert am Quay darauf warteten, das Tanzschiff zu ihrem Abschlussball zu besteigen.

 

Als er sich dann verabschiedete, quatschten wir erst mit drei, dann mit zwei Typen zu unserer Rechten. Das waren Dave, Programmierer und Dean Mc Donald, SysAdmin bei Telstra und schottischer Herkunft. Da wurden Runden ausgegeben und Unsinn gelabert, was das Zeug hielt. Wir lernten, dass Golden Ale besser schmeckt als Pale Ale. Dabei waren die Jungs schon recht blau als wir sie kennen lernten, und das wurde durch die oft vulgären Sprüche untermalt. Wir lernten u.a. auf die Frage, wieso zum Henker die Australier denn so auf diesen John Howard als Premierminister abfahren, das sei "because, see, the Australians are all dickheads 'xcept me and Dave - ALL DICKHEADS!" Tja, schon witzig, die beiden.

Und weil wir nicht so waren, haben wir unserem Freund Niko für 5 Millionen TRIO-BILLIONEN eine MMS mit einem Bild von uns im Pub nach Deutschland geschickt.

Print View

Tag 15: Kangaroo Valley - Sydney, ca. 173 km

Published on 20:20, 10/17,2006

Da war er nun: unser letzter Tag! Auch in der Früh hielten die Kängurus respektvollen Abstand bei nach wie vor nieselndem Wetter. War wirklich nicht so viel mit Kängurus in diesem Valley. Beim Heruntersteigen von unserem Troopi mussten wir erstmal einen Hürdenlauf um all die Haufen machen, die uns unsere nächtlichen Besucher großzügig rund um unseren Troopi hinterlassen hatten.

Und dann diese verrückten Aussis: während unserer Morgentoilette und unseres Frühstücks entpuppte sich der Platz als regelrechte Autobahn für irgendeinen LKW, der einen Bagger geladen hatte und ein paar Environmental Rangers. Die sind mit 50 Sachen über den Platz und haben uns komplett eingestaubt. Ätzend! Als die Fliegen uns mal wieder zu Eile antrieben, packten wir unseren Bettel und brachen über Moss Valley nach Sydney auf. Die Fahrt verlief glatt (Maut 3,80$ für die M5, das konnte man bar an der Mautstelle zahlen). Wir fanden die Victoria St. in Lewisham problemlos. Nicht einmal verfahren! Um 11.30 waren wir bereits da. Rehle aber leider nicht. Da das Haus keine Klingel hat, und um sicher zu gehen, versuchten wir, sie von der Telefonzelle aus anzurufen.

Niemand antwortete. Also verbrachten wir ein bisschen Zeit im benachbarten Plattenladen, dessen Besitzer auch sein eigenes kleines Record-Label hat. Als wir Interesse bekundeten, bekamen wir vom Inhaber auch eine Promo-Compilation geschenkt. Die hat sich als ganz nett herausgestellt ("Laughing Outlaw Records").

Dann zurück. Immer noch keine Rehle. Allmählich mussten wir beide Mal wohin. Also ein Spaziergang ins Zentrum von Lewisham und dort in einem trendigen Café einen Kaffee getrunken. Als wir um Viertel vor zwei wieder vor der Tür standen, war immer noch niemand zuhause, aber die polnische Nachbarin kam heraus und drückte uns Schlüssel in die Hand. Wir waren schon ganz erleichtert, aber mussten dann feststellen, dass die Schlüssel nicht passten. Rehle sollte aber sowieso gegen zwei Uhr nach hause kommen. Na gut. Wir brauchten nicht mehr lange warten.

Sie hatte Frühlingsrollen und ein leckeres Curry-Huhn für uns. Dann reinigten wir das Auto und Reinhold duschte schnell. Schließlich gingen wir auf die letzte Fahrt mit unserem Troopi, um ihn zum Autoverleih zurückzubringen. Bis auf einen kleinen Verfahrer klappte das sehr gut. Reinhold fand den Weg durch Sydney sicher. Wir verquatschten uns noch zwei Stunden mit den Schweizern, die den Travel Car Centre betreiben. Ein bisschen traurig fuhren wir beide in der Abenddämmerung mit dem Bus und Zug zurück.

Goodbye, Troopi! Du hast uns treue Dienste geleistet! 

Abends genossen wir noch ein reichliches Mahl mit Florians unausweichlichem Caramel Flan.

Traurig und müde gingen wir schlafen.

Print View

Tag 14: Braidwood - Kangaroo Valley, 223 km

Published on 20:18, 10/16,2006

Der nächste Tag begrüßte uns halbwegs freundlich mit ein bisschen Sonnenschein. Nach einem kurzen Frühstück brachen wir auf Richtung Nowra. Der Weg dorthin schien schnell viel versprechend, er war nur teilweise asphaltiert.

Irgendwann mitten im Morton National Park schien er sogar wieder richtig interessant zu werden (einspurig mit Steigung) - mitten durch eine bizarre Felslandschaft hindurch. Bei nächster Gelegenheit hielten wir an und schauten uns die lustigen runden Felsgestalten an, die wie Puddingschichten aufeinander getürmt waren. Und entdeckten einige schöne Wildblumen.

Ein Stück weiter haben wir uns die "Tianjara Falls" angeschaut, ein kärgliches Rinnsal wegen des ausbleibenden Regens.

So kläglich, dass sie sogar die offizielle Beschilderung an dem Aussichtspunkt abgeschraubt hatten. Er muss irgendwann mal weit imposanter gewesen sein, denn auf den Felsen konnte man die Erosionsspuren erkennen und auf einer Seite darunter einen ganzen Abschnitt mit groß gewachsenen Bäumen, die ein frischeres Grün hatte als der restliche Wald in der Schlucht. Die Schlucht selbst war weit und tief und das zuhause von hübschen Vögeln, die wohl eine Art Mauersegler waren. Nichts desto trotz bot die Schlucht einen beeindruckenden Anblick und die Vögel und die Blümchen dort machten dem Frühling alle Ehre. Auch rochen die Eukalyptusbäume so außerordentlich gut dort.

Als wir unseren Weg wieder aufnahmen, wurde uns die Freude an der Strecke recht bald verdorben, denn sie war in eine riesige, nicht enden wollende Baustelle übergegangen. Der Anblick war trübselig, denn man hatte links und rechts von der Straße großflächig die Botanik abgeholzt und eingeebnet. Wir fragten uns, wozu in aller Welt sie in dieser Gegend die Straße zu einer vierspurigen Autobahn ausbauten. Waren wir froh, als wir Nowra endlich erreicht hatten!

Dort suchten wir eine zeitlang vergeblich das Visitor Centre, denn wir waren von einer Seitenstraße aus in die Stadt gefahren und hatten dadurch sämtliche Beschilderungen verpasst. Eine Verkäuferin im lokalen Newsagent konnte uns weiterhelfen. Wir wollten wirklich dringend dieses Visitor Centre finden um einen solchen Reinfall wie am Abend zuvor zu vermeiden! Die Damen im Visitor Centre waren so mit die unfreundlichsten der ganzen Reise. Dort war man anscheinend nicht wirklich auf Camper eingerichtet, obwohl sie ein wirklich riesiges Besucherzentrum hatten. Doch wir erfuhren, dass es im Kangaroo Valley einen ganz gut beschilderten Campingplatz geben soll.

In Nowra haben wir unsere Vorräte noch ergänzt und uns bei einem lokalen Seafood-Händler lecker frische Fish'n'Chips aus der Zeitung gefuttert. Das Wetter hatte sich wieder zugezogen und zeigte uns die regnerische Schulter auf dem Weg ins Valley. Wir stoppten an einem Aussichtspunkt, aber die Sache war vernieselt und enttäuschend und offensichtlich auch eher eine Attraktion für Pensionäre, die Kaffeefahrten dorthin unternahmen. Dann steuerte Reinhold den Tallowa Dam Stausee an - irgendwie versprach das, einen Campground dabei zu haben. Unterwegs sahen wir ein Wombat-Weibchen mit einem Jungen auf der Straße. Ganz aufgeregt hielten wir an und Reinhold versuchte, Bilder zu machen. Leider witterten sie uns und verschwanden im Unterholz. Reinhold ist ihnen hinterher gestiefelt und hat noch eine ganze Weile versucht, brauchbare Bilder zu bekommen, aber es klappte nicht.

Der Tallowa Dam hatte eine Picnic Area zu bieten, die direkt am tosenden hässlichen Staudamm gelegen war. Die Krönung dieser Lokation war ein großes Schild, das Besucher vor Dieben warnte. Wir lehnten dankend ab. Die Sache schien schon wieder eine ähnliche Wendung zu nehmen wie tags zuvor. Also auf zum nächsten verzeichneten Campingplatz.

Auch der war eigentlich nur eine große Picnic Area ("Bendeela") unterhalb des Umspannwerkes auf einer Wiese am Shoalhaven River. Der Platz war mit ein paar Wasserstellen, vielen großen Mülltonnen und einer Toilette bestückt. Die Toiletten sahen vom regnerischen Tag siffig aus und beherbergten Schwalbenfamilien. Bis auf vier Leute am fernen Ende des Platzes war die Wiese leer. Wir waren ratlos.

Da stiefelte, scheinbar aus dem Nichts ein Wombat gemütlich an unserem Auto vorbei, auf der Suche nach dem saftigsten Gras. Der erwies sich als sehr fotogen.

Da wir uns über diesen Ort nicht im Klaren waren, fuhren wir zunächst zurück in den Ort Kangaroo Valley. Dort wollten wir uns schon auf einem kommerziellen Campingplatz einschreiben, der recht teuer war. Die Lady dort legte uns wärmstens dieses bewusste "Bendeela" ans Herz, weil sie meinte, man sei da mitten zwischen Kängurus und Wombats - a real wildlife experience. Wenn wir so was suchten, gäbe es nichts Besseres. Das hat uns überzeugt. Wir sparten uns 20$ und nach einer kleinen Fotopause im Ort, fuhren wir an den Fluss zurück und schlugen unser Camp dort auf.

Und in der Tat: dort konnten wir einige weniger schreckhafte Exemplare der "Koala-Schweinchen" beobachten, unzählige Vögel und Wasservögel, die wir z.T. noch nicht gesehen hatten und später, auf der abgezäunten Nachbarwiese, einige sehr scheue Kängurus.

Der Ort war, was Kängurus betraf, eine echte Enttäuschung, wenn man bedenkt, dass man ihnen andernorts fast die Pfote schütteln konnte. Wir verbrachten den restlichen Tag mit Tierbeobachtung, spazieren gehen und Tee trinken und Suppe essen gegen die Kälte. Auch die paar Leute am anderen Ende des Platzes hatten sich in der Zwischenzeit verzogen und wir waren ganz alleine dort. Als die Dunkelheit hereinbrach und das Rasseln und Grasen in den Büschen immer lauter wurde, wurde uns ein wenig mulmig. Um kurz vor acht krochen wir ins Zelt, wo wir Radio hörten und ich das Tagebuch schrieb. Natürlich musste ich noch mal raus. Das wurde zu einer echten Mutprobe... Und nachts konnten wir sie hören, die Wombats, wie sie unser Auto abgrasten und sich gegenseitig grunzend Revierkämpfe lieferten.

Print View

1 2 3 4  Next»